Steht die Pizzakette Vapiano vor dem Aus?

Für Vapiano scheinen die goldenen Zeiten vorbei zu sein. Aktionäre zeigen sich überaus besorgt. Finanzielle Nöte, Aktienabsturz und unglückliche Geschäftsverläufe drohen das Unternehmen in den Ruin zu stürzen.

Eine Franchise in der Krise

Die Kölner Restaurant-Kette „Vapiano“, die aus rund 230 Restaurants besteht, ist bekannt für ihre besondere Form des „Fast-Food“ auf Basis gehobener italienischer Küche. Trotz dieses besonderen und vielversprechenden Konzepts kämpfen die Betreiber offenbar um die Existenz der Franchisekette. Die fortwährende globale Expansion konnten das Unternehmen offenbar nicht vor großen Verlusten bewahren. Zum Zeitpunkt der letzten Mitgliederversammlung belief sich das Minus auf rund 101 Millionen Euro. Dieser Wert ist im Vergleich zum Vorjahr doppelt so hoch, Tendenz steigend.

Vapianoaktien am Tiefpunkt

Der Aktienkurs der Firma gilt unter Anlegern als No-Go-Investment, nachdem er seit dem Börsengang im Jahr 2017 um ganze 80% gefallen ist. In Zahlen bedeutet das, dass der einstige Ausgabepreis von 23 Euro mittlerweile auf den bisherigen Tiefstwert von nur fünf Euro gefallen ist. Thomas Hechtfischer von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) bezeichnete die Situation Vapianos als „sehr kritisch“. Die zahlreichen besorgten Aktionärsvertreter, zu denen auch die Großaktionäre, wie zum Beispiel die Tchibo-Erben Günther und Daniela Herz sowie die Wella-Erbin Gisa Sander gehören, haben die Hauptversammlung in Köln vermutlich mit Sorgenfalten auf der Stirn verfolgt.

Die Restaurantkette Vapiano ist deutlich angeschlagen. ©iStock
Die Restaurantkette Vapiano ist deutlich angeschlagen. ©iStock

Mögliche Geldquelle aus den USA versiegt

Das Unternehmen wäre dringend auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Fraglich ist zurzeit, wer in die Kette investieren möchte, denn es kommt offensichtlich zu weiteren ungeahnten Problemen. Ein kalifornischer Dienstleister hatte Vapiano Anfang des Jahres sechs Restaurants für rund 20 Millionen US-Dollar abgekauft, ist daraufhin jedoch seiner Zahlpflicht selbst nach einer ausgedehnten Wartezeit nicht nachgekommen. Infolge dieser Enttäuschung sehen sich die Verantwortlichen der Restaurant-Kette nun gezwungen, einen anderen Käufer zu suchen. Das ist ein erneuter Schlag ins Kontor der Unternehmensführung, denn dieser Vorgang kostet wertvolle Zeit und die damit verbundenen Geldmittel werden dringend benötigt.

Neuer Wind in der Führungsebene

Der ehemalige Vorstandsvorsitzender Cornelius Everke konnte seine Rettungspläne nicht verwirklichen. Er verließ die Firma nach lediglich neun Monaten aus persönlichen Motiven, noch bevor die ersten Veränderungen umgesetzt wurden. Er wollte ursprünglich die Kundenzufriedenheit mithilfe schlankerer Menükarten und schnellerer Arbeitsabläufe steigern und somit den Gewinn maximieren. Nach Everkes Kündigung und dem damit verbundenen Eklat für Vapiano übernimmt nun Vanessa Hall die Führung. Sie möchte alle Möglichkeiten ausschöpfen, die Restaurant-Kette vor der Pleite zu bewahren. Ob die studierte Wirtschaftsprüferin eine Überganglösung bleibt oder zu späterem Zeitpunkt dauerhaft die Geschicke der Restaurantkette führt, wird von ihrem Erfolg abhängen.

Um die Zufriedenheit der Gäste zu verbessern setzt sie auf Weiterentwicklungen im Servicebereich und eine weitere Verkürzung der Wartezeiten, über die sich die Kundschaft zunehmend beschwert hatte. Es ruhen nun alle Hoffnungen auf der neuen Geschäftsführerin, die das ambitionierte Unternehmensziel ausgerufen hat, ab 2021 wieder Gewinne mit den Restaurants zu erzielen. Das Topmanagement verliert trotz der prekären Lage der Franchise nicht seinen Optimismus und steht uneingeschränkt hinter ihren Plänen.

Der hohe Preis für eine bessere Unternehmenszukunft

Um Halls Reparaturpläne in die Tat umsetzen zu können werden große Geldbeträge benötigt, die sich in längeren Verhandlungen mit drei Großaktionären teuer erkauft werden mussten. Auf die rund 18 Millionen Euro, die dem Geschäftsbericht zufolge in Form eines Darlehens gewährt wurden, fallen zukünftig happige 10 bis 13 Prozent Zinsen an.

cool good eh love2 cute confused notgood numb disgusting fail