Betrug mit Lebensmitteln: So werden Verbraucher ausgetrickst

Aufgespritzte Garnelen, gestreckter Honig oder gepanschtes Olivenöl – nur einige Beispiele für Lebensmittelbetrug, die uns im Supermarkt täglich begegnen. Die Kriminalität im Lebensmittelbereich nimmt stetig zu. Für den Verbraucher sind die betroffeneren Produkte allerdings kaum zu erkennen.

Noch gibt es keine offizielle Definition für Lebensmittelbetrug. Experten der EU-Kommission definieren den Begriff „Lebensmittelbetrug“ als eine vorsätzliche Verletzung lebensmittelrechtlicher Vorschriften, um einen finanziellen oder wirtschaftlichen Vorteil zu erzielen.

Vortäuschung einer besseren Qualität

Es gibt verschiedene Formen von Lebensmittelbetrug.

Durch Verwendung unerlaubter Zusätze, die zu einer Änderung der Zusammensetzung des Lebensmittels führen oder durch bewusste Falschdeklaration, also die absichtliche Verwendung falscher oder unzureichender Angaben auf dem Etikett, soll der Kunde bzw. Verbraucher getäuscht werden,

so das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, das Lebensmittelbetrug bekämpft.

Besonders häufig wird Olivenöl gefälscht.

Auf der EU-Liste der zehn betrugsanfälligsten Produkte stand es auf dem ersten Platz. Auch Fisch, Biowaren, Haselnüsse, Honig, Wein oder Gewürze fallen immer wieder auf. Man kann aber durchaus sagen, dass kein Lebensmittelbereich vor Fälschung geschützt ist. Die Gefahr besteht überall, wo Schummeleien hohe Gewinne versprechen,

erklärt Andreas Kliemant, Experte für Lebensmittelbetrug beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Er sei besorgt, dass die Zahl der Betrugsfälle steigt und nennt weitere Beispiele für Lebensmittelkriminalität:

  • Honig wird mit Zucker gestreckt
  • Garnelen werden mit Gel gespritzt, damit sich ihr Gewicht erhöht
  • Salatöl wird mit Chlorphyll eingefärbt und als Olivenöl verkauft
  • Reis wird durch ein Reisimitat aus Kunststoff ersetzt
  • Konventionell erzeugte Lebensmittel werden als Bio-Lebensmittel verkauft

Beim Kampf gegen den Betrug soll ein europäischen Behördennetzwerk helfen. Ziel ist es Informationen zu kleinen wie auch großen Lebensmittelbetrugsfällen auszutauschen.

Wer sind die Täter?

Lebensmittelbetrug ist nicht nur in die Industrie ein Thema. Auch in Restaurants werden Verbraucher regelmäßig ausgetrickst. So kommt anstatt von hochwertigem Fisch gern weniger teurer Fisch auf den Teller. Es kann teilweise zu organisierten Strukturen kommen.

Wenn Sie Waren in größeren Mengen von einem Land ins andere transportieren und dort verteilen müssen, sind organisierte Strukturen notwendig. Mitunter bedienen sich die Täter auch derselben Vertriebswege wie beim Handel mit Drogen,

so Kliemant weiter, der auch auf die zunehmende Ausprägung des Phänomens hinweist. Eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Lebensmittelkontrolleuren, Strafermittlern und Zoll befinde sich noch im Aufbau. Zudem seien in Deutschland die Kontrollen Ländersache.

Besonders Allergiker sind in Gefahr

Gefährlich kann die Fälschung von Lebensmitteln werden wenn dadurch lebensbedrohliche Schäden entstehen.

Im vergangenen Jahr haben wir eine Schwerpunktuntersuchung bei importierten Haselnüssen und Haselnussprodukten vorgenommen. Ein Teil der aus Georgien beziehungsweise Italien stammenden Produkte war mit Erdnüssen beziehungsweise Cashewkernen oder Mandeln versetzt. Für Allergiker kann der Genuss gefährlich sein,

sagt Kliemant weiter. Außerdem entstünde ein wirtschaftlicher Schaden, wenn der Verbraucher für ein angeblich hochwertiges Olivenöl elf Euro bezahle, aber das enthaltene Billigöl nicht mal einen Euro wert sei.

Wie können Verbraucher den Betrug erkennen?

Einige Fälschungen sind nur schwer zu erkennen, doch gibt es Hinweise, die skeptisch machen können. So kann die Verpackung des Produkts sehr aufschlussreich sein.

Sind die Farben auf einer Verpackung von Markenware zum Beispiel im Ton vom Original abweichend oder fehlen charakteristische Merkmale wie Sicherheitsverschlüsse, kann dies ein Indiz für eine Fälschung sein. Inhaltlich sind Fälschungen für den Laien kaum erkennbar und auch ein günstiger Preis ist nicht die Regel. Der Profi macht kein Dumping. Er will ja möglichst hohe Gewinnspannen erreichen,

beschreibt der Experte.

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