Führt vegane Ernährung zu Depressionen?

Überzeugte Fleischfreunde haben jetzt ein weiteres Argument ihrer Leidenschaft zu frönen, denn eine neue Studie besagt, dass Menschen, die sich vegan oder vegetarisch ernähren, unglücklicher als Fleischesser seien.

Studienergebnis: Vegetarier und Veganer sind „psychologisch nicht so gut angepasst“

Veganer haben ja schon mit genug Vorurteilen zu kämpfen, doch nun soll ihre Ernährungsstil sie auch noch depressiv machen? Das besagt zumindest eine neue Studie des William and Mary College in Virginia (USA). Ihr Ergebnis: Vegetarier und Veganer sind „psychologisch nicht so gut angepasst“ wie Menschen, die gern in ein Stück Fleisch beißen.

Bei der Studie wurden für einen Zeitraum von zwei Wochen 400 Menschen zu ihren Ernährungsgewohnheiten und Gefühlslagen befragt. Demnach wies die Gruppe, die auf Fleisch verzichtete, die negativsten Gefühle auf. Außerdem zeigte sich bei Veganern und Vegetariern ein sehr geringes Selbstbewusstsein. Viele von Ihnen würden zu Depressionen und Unzufriedenheit neigen.

Manchmal unbewusst, manchmal absichtlich, können Vegetarier von gesellschaftlichen Anlässen ausgeschlossen werden, sich deswegen ausgesondert oder seltsam fühlen. Solche Dinge passieren in der Regel bei Angehörigen sozialer Minderheiten. Im Laufe der Zeit können solche Erfahrungen das Wohlbefinden eines Menschen beeinträchtigen,

erläutert Studienautor Doktor John Nezlek.

Macht Fleischlos depressiv?
Macht Fleischlos depressiv? ©iStock

Kritik an der Studie: Ist es genau andersrum?

Kritiker zweifeln allerdings die Glaubwürdigkeit derartiger Studien an. So seien nach Ansicht von Ernährungsexperten und Arzt Mischa Kotlyar weitere Studien notwendig, um die These zu bestätigen. Gleichzeitig gilt es, weitere Faktoren wie den Bildungsstand zu berücksichtigen. Viele Menschen, die sich vegan ernähren, stammen eher aus dem höheren Bildungsstand. Menschen, die dagegen viel Fleisch essen, seien häufig dem niederen Bildungsstand zuzuordnen. Das ist relevant, da Menschen mit einem hohen IQ zumindest anfälliger für Depressionen sind.

Fraglich ist auch, ob die höheren Depressionswerte tatsächlich von der pflanzlichen Ernährung stammen. Es könnte auch umgekehrt sein, dass sich zu Depressionen neigende Menschen eher vegan oder vegetarisch ernähren. Vielleicht sind auch diejenigen, die sich über ihr Essverhalten viele Gedanken machen generell emphatischer?

Depressionen durch Vitaminmangel?

Eine Erklärung für die erhöhten Depressionswerte kann ein mit Veganismus verbundener B12-Mangel sein. Vitamin B-12 ist fast ausschließlich in tierischen Produkten enthalten. Wer also kein Fisch, Fleisch, Milchprodukten oder Eier zu sich nimmt, kann einen Mangel aufbauen.

Das einzige Ernährungsproblem bei Veganern ist die Versorgung mit Vitamin B12. Dieses ist ausschließlich in tierischen Produkten zu finden,

bestätigt Prof. Ingo Froböse auf seinem YouTube-Kanal HappyandFitGesundheit

Das Vitamin B-12 habe besonderen Einfluss auf das Nervensystem und wirkt auf bestimmte Gehirnstrukturen ein. Diese beeinflussen die Stimmungslage.

Deshalb empfiehlt der Ernährungsexperte bei einer veganen Ernährungsweise Lebensmittel mit B12-Zusätzen zu sich zu nehmen.

Das Vitamin B12 ist fast ausschließlich in tierischen Lebensmitteln enthalten.
Das Vitamin B12 ist fast ausschließlich in tierischen Lebensmitteln enthalten. ©iStock

Veganer ernähren sich bewusster

Mangelernährung kann es dagegen in jeder Ernährungsform geben. Im Gegenteil: Menschen, die sich vegan ernähren, tun dies in der Regel bewusster und nehmen mehr Vitamine und Ballaststoffe zu sich. Dagegen kann eine sehr fleischhaltige Ernährung die Wahrscheinlichkeit von Herzerkrankungen, Fettleibigkeit oder Diabetes erhöhen.

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