Alarmierende Studie: Arme Kinder sind dicker!

Eine neue Studie des Robert Koch-Instituts (RKI) fand heraus, dass mehr als jedes siebte Kind in Deutschland übergewichtig ist. Die Untersuchung KiGGS, die heute in Berlin vorgestellt wurde, beruht auf der Selbsteinschätzung von mehr als 25.000 Kindern und Eltern. Über mehrere Jahre untersuchten Forscher die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Das sind die Ergebnisse:

Insgesamt schätzen Eltern und Kinder in Deutschland die Gesundheit der jüngsten Generation positiv ein: 96 Prozent beurteilen sie als sehr gut oder gut.

Mehr als jedes siebte Kind zu dick

Dennoch sind 15,4 Prozent der Kinder und Teenager zwischen 3 und 17 Jahren zu dick. 5,9 Prozent sind sogar fettleibig. Experten warnen vor den Spätfolgen:

Die Hälfte der Kinder, die zu viel auf die Waage bringen, leidet später als Teenager unter Fettpolstern. Diabetes und Herz-Kreislauf-Krankheiten, die mit Übergewicht verbunden sein können, spiegelten sich bei jungen Probanden allerdings noch nicht wieder,

sagte Bärbel-Maria Kurth vom Robert-Koch-Institut.

Chancen ungleich verteilt

Problematisch ist dagegen die ungleiche Verteilung bei den Startbedingungen. Kinder aus sozial schwachen Elternhäusern sind dicker als ihre Artgenossen aus ökonomisch besser gestellten Familien.

Bei Kindern aus der Ober- und Mittelschicht gebe es beim Rauchen, Trinken und bei der Ernährung positive Entwicklungen – anders sei das beim Nachwuchs aus sozial schwachen Elternhäusern,

berichtet Kurth weiter. Probleme für diese Kinder seien nach wie vor die ungleichen Teilhabe-Chancen.

Mädchen und Jungen, die in armen Verhältnissen aufwachsen, sind oft dicker, bewegen sich weniger, rauchen häufiger und haben mehr psychische Probleme.

Bewegung hilft gegen die Pfunde

Doch was hilft langfristig gegen die Fettpolster? Ganz klar: Bewegung, meinen die Experten. Denn sie fanden heraus, dass Sportarten wie Radfahren, Rennen oder Toben im Alltag der befragten Kinder und Jugendlichen viel zu kurz kommt. Nur etwa 22,4 Prozent der Mädchen und 29,4 Prozent der Jungen zwischen 3 und 17 Jahren bewegen sich täglich mindestens eine Stunde. Smartphones und steigender Medienkonsum begünstigen diesen Trend.

Kinder trinken weniger Zucker

Gute Nachrichten dagegen in Sachen Ernährung. Die Studie ergab, dass der Konsum von sehr zuckerhaltigen Getränken wie Limos, Cola oder Energydrinks im Zehn-Jahres-Vergleich zurück ging. Diese führen bei langfristigen Konsum ebenfalls zu Übergewicht und anderen Krankheiten wie Diabetes.

Die KiGGS ist die größte Jugendgesundheitsstudie in Deutschland. Sie erfolgte nun zum dritten Mal.

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