ADHS: Kann Omega-3 Fischöl Ritalin ersetzen?

Bei ADHS handelt es sich um eine Aufmerksamkeitsdefizitstörung, die in Deutschland ca. 5 Prozent aller Kinder Jugendlichen im Alter von 3 bis 17 Jahren betrifft. Tendenz steigend. In gleichem Ausmaß wird immer mehr Ritalin verschrieben. Dieses Medikament reguliert die Zufuhr von Dopamin und baut eine Art Barriere, sodass nicht mehr alle Reize ungefiltert auf das Kind einströmen können. Im Gehirn von ADHS Patienten komme es wieder zu einem Gleichgewicht der Nervenbotenstoffe.

Behandelt werden betroffene Kinder und Jugendliche häufig mit dem Medikament Ritalin. ©iStock
Behandelt werden betroffene Kinder und Jugendliche häufig mit dem Medikament Ritalin. ©iStock

Welche Nebenwirkungen hat Ritalin?

Doch die Nebenwirkungen sind nicht zu unterschätzen. So kann der Wirkstoff Methylphenidat den Appetit und das Sozialverhalten verändern sowie die Kreativität massiv einschänken. Zu weiteren Nebenwirkungen gehören Wachstumsverzögerungen bei Kindern. Bauchschmerzen, Erbrechen, Vermehrtes Schwitzen, Schlaflosigkeit, Herzrasen, Kopfschmerzen, Schwindel, Depressionen.

Die Anzahl der verschriebenen Menge an Ritalin hat sich seit den 90er-Jahren trotzdem vervielfacht. Mittlerweile nimmt dazu jeder fünfte Student Ritalin, denn dem Wirkstoff wird eine leistungssteigernde Wirkung zugeschrieben.

Alternative Fischöl

Doch Forscher vom King’s College London und der China Medical University in Taichung, Taiwan, fanden nun heraus, dass es auch natürliche Alternativen zur medikamentösen Therapie gibt. So soll Omega-3-Fischöl einen positiven Effekt auf ADHS haben.

In der Studie erhielten 92 mit ADHS diagnostizierte Kinder im Alter on 6 bis 18 Jahren über einen Zeitraum von 12 Wochen lang hohe Dosen der Omega-3-Fettsäure EPA oder ein Placebo.

Bei Kindern, die das Präparat einnahmen, verbesserte sich die Aufmerksamkeit und Konzentration. Allerdings traf das nur zu, wenn vorab der EPA-Wert niedrig war.

Unsere Ergebnisse legen nahe, dass Fischölpräparate bei Kindern mit ADHS mindestens genauso wirksam sind wie herkömmliche pharmakologische Behandlungen,

erklärt Dr. Jane Chang, Co-Leiterin des Instituts für Psychiatrie, Psychologie und Neurowissenschaften am King’s College London.

Dennoch warnt sie vor unüberlegter Eigenmedikation:

Eltern sollten sich immer mit den Psychiatern ihrer Kinder beraten, da unsere Studie nahe legt, dass es für einige Kinder negative Auswirkungen geben könnte.

Lebensmittel mit einem hohen Omega-3-Gehalt

Wer nicht zum Nahrungsergänzungsmittel greifen möchte, der kann seinen Omega-3-Fettsäure-Speicher auch mit einer gesunden, ausgewogenen Ernährung ausgleichen. Eine der wichtigsten Quellen für Omega 3 ist Fisch. Darüber hinaus kommen sie in Pflanzenölen, wie Leinöl oder Rapsöl vor.

Lachs gilt als besonders gesund, weil er reich an Omega-3-Fettsäuren ist. Diese senken den Cholesterinspiegel und beugen Herzinfarkten vor. ©iStock
Lachs gilt als besonders gesund, weil er reich an Omega-3-Fettsäuren ist. Diese senken den Cholesterinspiegel und beugen Herzinfarkten vor. ©iStock

Diese Fische sind reich an Omega-3-Fettsäuren:

  • Lachs
  • Thunfisch
  • Dorade
  • Forelle
  • Makrele
  • Aal
  • Ostsee-Hering
  • Sardine
  • Sardelle
  • Sprotte
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